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17.10.2003

Es war ein Freitag, ich werde es wohl nie vergessen. Schon seit einigen Tagen hatte ich Schmerzen in der Brust und war deswegen auch schon bei meinem Frauenarzt, der mir aber nur Salbe und Tabletten verschrieben hatte. Allerdings hörten die Schmerzen davon nicht auf und schließlich lief ich an diesem Tag "zufällig" an einer Apotheke vorbei,die mich herzlich einlud, bei ihr einen Test zu kaufen. Und tatsächlich, er war positiv!!Was jetz? Zum Frauenarzt?? An einem Freitag Nachmittag? Die Chancen standen schlecht, wer hat um die Zeit noch Sprechstunde.Nun hieß es abwarten bis Montag...

20.10.2003

Ich quälte mich durch die nicht enden wollenden Stunden des Wochenendes und bin gleich an diesem Montagmorgen zur Frauenäztin gerannt, um nochmals WIRKLICH sicher zu gehn, dass ich schwanger war. Hatte mich schon gut damit angefreundet, aber glauben konnte ich das lange nicht wirklich. Die Äztin machte einen Ultraschall und bestätige meinen Besuch mit einem breiten Lächeln. Man konnte auf dem Monitor schon einen "kleinen Wurm" erkennen, dessen riesiges Herzchen klopfte. Ein Tropfen Licht, aus dem Nichts entkommen, welcher in ein paar Monaten zu einem richtigen kleinen Menschen heranwachsen wird... Sie druckte mir ein Bildchen aus und bestellte mich für einen nächsten Termin zur Vorsorge. Das Bildchen war nun mein Heiligtum, denn es war der endgültige Beweis, dass ich tatsächlich ein Kind bekam.

28.11.2003

Das Würmchen im Bauch war nun fast drei Monate zu Gast in meinem Bauch. Von Übelkeit blieb ich glücklicherweise verschont und die Gefahren der ersten zwölf Wochen konnte ich hinter mir lassen. Mittlerweile wusste es auch der letzte in der Familie und dem Freundeskreis.Schon jetzt machte ich mir fleißig Gedanken um einen Namen für das Kind, obwohl ich ja noch lange nicht wusste, was es werden würde. Das Bäuchlein zeigte sich recht schnell und des öfteren kam die Frage, ob es denn auch nur eins sein würde...:) Einerseits konnte man es kaum erwarten, der Welt zu zeigen, was man unter dem Herzen trug, andererseits war es doch eine Umstellung, seinen Körper so schnell in seiner Veränderung zu akzeptieren.

05.12.2003

Leider verstarb gerade jetzt kurz vor der Weihnachtszeit mein Opa ganz unverhofft an Krebs. Ich habe ihm noch von dem Kind erzählen können. Trotz seiner anfänglichen Skepsis freute er sich auf seinen ersten Urenkel. Leider war ihm das nicht mehr vergönnt...

05.01.2004

Das neue Jahr war angebrochen und mir ging es nach wie vor gut. Mittlerweile hatte ich gute drei Kilos mehr auf der Waage und das Kind wog jetzt ungefähr 200g mit einer Grösse von 16cm. Am ersten Montag im Jahr saß ich im Kino zu "Herr der Ringe III". Mitten im Film war ich mir das erste Mal sicher, das Kindchen im Bauch gespürt zu haben. Erst ein leichtes Flattern - ich empfand es anfangs als unangenehm - später immer mehr und mehr als lebhafte Turnübung, besonders am Abend, wenn ich schlafen wollte..


27.01.2004

Auf diesen Tag hatte ich lange hingefiebert. Ich hatte den Termin für die Feindiagnostik in Suhl schon im Oktober bekommen und zählte die Wochen und Tage, bis es endlich soweit war. ich erhoffte mir endlich, zu erfahren, ob es nun ein Junge oder ein Mädchen werden würde. Der Arzt erklärte mir ganz genau, was auf dem Monitor zu sehn war, ich kannte die Untersuchung ja schon vom Frauenarzt.Der Arzt maß die Länge der Arm- und Beinknochen, den Umfang des Kopfes und des Bauches, sah sich Herz und Organe an, um festzustellen, ob sich das Kind bis dato gut entwickelt hat. Alle Werte lagen im normalen Bereich und wir waren natürlich erleichtert. Zu Beginn der Schwangerschaft hatte die Ärztin Toxoplasmose-Erreger festgestellt und ich mussste regelmäßig zur Blutentnahme, damit die Antikörper überprüft werden konnten. Leider kann es in einigen Fällen zu Behinderungen des Kindes führen, doch es waren genug Antikörper vorhanden und die Utraschalluntersuchung brachte ebenfalls Erleichterung, dass sich das Kind gut entwickelte. Schließlich fragte ich doch nach dem Geschlecht, weil der Arzt so lange mit der Antwort warten ließ.. Er fragte, was ich denn sehen würde.. und da ich nichts sah, tippte ich auf ein Mädchen. Der Arzt konnte es zwar auch nicht hundert prozentig garantieren, stimmte mir aber zu. Also hieß es ersteinmal, ich bekomme ein kleines Mädchen!!

06.02.2004

So,jetzt haben wir schon 21 Wochen geschafft, und es kam mir vor,als würde die Zeit rasen. Das Bäuchlein wuchs zusehends und mir ging es prächtig. Am Morgen war ich bei meinem FA zum 2.Screening, dort fragte ich auch nochmal ganz vorsichtig nach dem Geschlecht, aber das konnte sie nicht wirklich erkennen... Das Kindchen hatte jetzt eine Größe von ungefähr 21 cm und 400g Gewicht. Es ist schon erstaunlich, wie in so kurzer Zeit eine kleine Zelle zu einem menschlichen Organismus entwickeln kann. Bald würde das Kind seine Augen öffnen und die ersten Lichtpunkte wahrnehmen..

04.03.2004

Vor einigen Tagen hatte ich meinen 21. Geburtstag gefeiert und bekam schöne Sachen zum Anziehn.In meine alten Klamotten passte ich schon lange nicht mehr. Ich hatte mittlerweile schon einen stolzen Bauchumfang von knapp 100cm und mein Gewicht war um neun Kilo gestiegen!! Das machte mir schon Sorgen, weil ich insgesamt nicht unbedingt mehr als 15 Kilo zunehmen wollte und noch einige Wochen vor mir hatte. Die Sache mit dem Schlemmen und allabendlichen Fressattacken war allerdings stärker als mein Wille, die Figur im Rahmen zu halten.. Beim FA zur 6. Vorsorgeuntersuchung war aber sonst alles in Ordnung und ich hatte auch keine Beschwerden außer etwas Wasser in den Beinen.

25.03.2004

Ich befand mich Ende 28. Woche und die kleine Lady hätte schon gute Chancen gehabt, zu überleben, wäre sie jetzt Welt kommen. Der siebte Vorsorgetermin stand an und ich ging bereits fünf Wochen ins Familienzentrum zum Geburtsvorbereitungskurs. Die beiden Hebammen waren sehr nett und ich ging von der ersten Stunde an gern an den Mittwochsnachmittagen zum "Hecheln". Die Kurse fanden durchlaufend statt, das heißt, ich bin irgendwann zu einem Thema eingestiegen,sei es jetzt Schwangerschaft oder schon Babymassage und höre dann nach 14 Stunden mit dem vorhergehenden Thema auf. Bereits in der dritten Woche im GVK gings ins Krankenhaus. Wir schauten uns den Kreissaal an,Stillraum und die Zimmer, wo wir dann mal mit den Babys liegen würden. War schon ein komisches Gefühl, mir hat die Atmosphäre total gut gefallen und ich wäre irgendwie am liebsten gleich da geblieben..:) Beim FA war wiedermal alles ok, der Fundus lag zwei Finger quer unter dem Rippenbogen und ich hatte wiedermal zwei Kilo mehr auf der Waage als beim letzen Mal. Ich lag jetzt bei 64 Kilos und einem Bauchumfang von 101cm... Bisher war ich gut um die Schwangerschaftsstreifen drumrum gekommen, aber jetzt hatten mich die ersten kleinen fiesen Streifchen an den Oberschenkeln befallen. Tja, ich hatte mich ja schon fast von Anfang an mit Öl und Melkfett eingecremt, mehr konnte man nicht tun..


16.04.2004

Hach, es wurde Frühling!! Endlich konnte ich mal mit luftigeren Sachen raus gehn und den Bauch in die Sonne strecken. Der kleinen Lady schien es zu gefallen, oder eben grade nicht?! Die Füßchen streckten sich zu beiden Seiten und mein Bauch nahm seltsame Formen an. Anfangs strampelte sie an den Abenden besonders munter, jetzt begrüßte sie mich damit in den Morgenstunden und war auch tagsüber recht mobil. Sie lag schon in der Schädellage und würde sich wohl auch nicht mehr drehen, so der Arzt. Mir konnte es ja nur recht sein! Ich wünschte mir natürlich eine normale Geburt, hatte mich im Kreissaal schon mit der Geburtswanne angefreundet :) So langsam wurde ich hippelig mit den Babysachen, wäre am liebsten jederzeit losgerannt um alles zu kaufen, was man so braucht. Allerdings musste ich noch auf das Geld von der Landesstiftung warten..und die ließen sich Zeit! Im Februar hatte ich einen Antrag auf Geld für die Erstaustattung gestellt. Den Stubenwagen haben mir meine Eltern geschenkt und er stand bereits schön aufgebaut vor unserem Bett. Auch den Kinderwagen gab es schon und ich hatte die ersten Babysachen gewaschen.
Der Besuch bei der Ärztin zum 3. Ultraschall verlief ohne besondere Vorkommnisse, Kopf- und Bauchumfang des Kindes wurden gemessen sowie der Oberschenkelknochen. Daraus resultierte das derzeitige Gewicht von 2.100g - da hatte jemand ganz schön zugelegt! Ich widerrum durfte mit Erleichterung feststellen, dass mein Gewicht in den letzten drei Wochen nicht wieder um zwei, sondern nur um ein knappes Kilo zugelegt hatte. Beim CTG gefiel es Milady nicht so recht mit den Gummibändern und den Knöpfen um den Bauch und es wurde heftigst getreten. Die Herztöne wurden gestört durch die Tritte und es lärmte fürchterlich im Zimmer. Die Zeiger auf dem Papier setzten immer wieder aus und die Schwester musste die Knöpfchen ständig verschieben, um wieder gute Werte messen zu können.

22.04.2004

Der erste Besuch in der Hebammenpraxis in der 32. Woche! Früh um zehn war bereits schönstes warmes Wetter und ich hatte meinen Termin. Dort sollte ich mich auf die Liege legen und die Hebi tastete erstmal den Bauch ab. Die Kleine lag schon eine Weile schön in ihrer Schädellage und das darf auch ruhig so bleiben!! :)
Dort wurde auch wieder CTG geschrieben und es war dasselbe wie in der FA Praxis.. Sie sagte mir, ich hätte viel Fruchtwasser und der Fundus der Gebärmutter sei weiter oben, als es üblich wäre zur derzeitigen SSW, das wäre ja auch nicht tragisch. Auch die Werte im Mutterpass wären wohl immer etwas fortgeschrittener gewesen und es könnte sein, dass unser Töchterchen etwas früher auf die Welt kommen möchte. Mir kann das nur recht sein, dachte ich, wenn es erst so richtig warm draußen wird, ist es nicht mehr so angenehm mit Kugelbauch! Dann gab sie mir Dammmassageöl zur Vorbeugung eines Risses bei der Geburt und den Himbeerblättertee für die Lockerung der Gebärmuttermuskulatur mit nach Hause. Noch acht Wochen und dann wird sie da
sein...

03.05.2004

An diesem ging es nach Sonneberg ins Krankenhaus, um nochmal einen 3D Ultraschall machen zu lassen. Die ganze Untersuchung wurde auf einem Video aufgezeichnet und ich bekam dieses mitsamt neun Bildchen meines "Dickerchens" mit nach Hause. Mia hatte schon jetzt ein stolzes Gewicht von ca. 2.800g und 44cm Länge, ich war erstmal ganz schön geschockt. Auf dem Monitor sah man ihre Kullerwangen und die propperen Beinchen, die Ärztin sagte zu uns, wir können wohl mit einem Gewicht von gut 3.500g zur Geburt rechnen. Leider konnte man das Gesichtchen nicht immer optimal erkennen, denn die Plazenta lag genau vor ihrem Kopf und sie wollte sich einfach nicht wenden, so sehr die Ärztin sich auch mit Rütteln bemühte..Dafür zeigte sie mir immer wieder mit Stolz, dass sie WIRKLICH ein Mädchen ist und damit letzte Zweifel aus dem Weg geräumt waren... nach einer halben Stunde war dann alles schon wieder vorbei, aber ich bin froh, dass ich das nochmal gemacht habe.

27.05.2004

Donnerstag morgen der nächste Termin bei der Hebamme.. Meine FÄ war im Urlaub, also sollte ich zum routinemäßigem CTG in die Praxis kommen. Alle Werte im Normalbereich, keine Wehen und die kleine war mal richtig ruhig, so dass die Hebi am Bauchi rütteln musste. Sie gab mir Globulis, die ich täglich einmal unter die Zunge legen sollte. Das wäre wohl für die Verkürzung der Gebärmutterhalses, um die Geburtsvorbereitungen etwas zu unterstützen. Außerdem bekam ich Öl, dass ich, wenn die Wehen denn beginnen sollten, auf dem Oberbauch einreiben sollte. Es waren nur noch knapp drei Wochen bis zum ET, aber ich konnte mir das alles immernoch nicht vorstellen. Ginge ich von den damaligen Worten der Hebamme aus, dann wäre es vielleicht noch eine Woche.. Ich hatte jetzt auch die letzten Bauchbilder gemacht, aber das alles sah einfach nicht mehr schön aus, ich glich eher einem Hängebauchschwein mit Entenarsch, als einer Schwangeren :) Die Haut war mittlerweile ganz schön gerissen, fing an in den Kniekehlen( fragt mich nicht,was sich da dehnen tut..), an den Oberschenkeln, Hüfte, Po, Bauch und Brust. Mir ist also in der Sache nix erpart geblieben..
Nachts ruhig zu schlafen ist ein Ding der Unmöglichkeit, ich habe mittlerweile zwei Kissen unter meinen Kopf gepackt und obendrauf noch das Stillkissen. Zweimal die Nacht muss ich sowieso aufs Klo, weil Madame mit dem Köpfchen die Blase massiert und oft sind da Schmerzen im Bauch, als hätte ich mir irgendwelche Nerven eingeklemmt. Es ist bestimmt ein Schauspiel, mir dabei zuzusehn, wie ich mich immer aus dem Bett "hiefe". Und morgens bin ich schon gegen sechs Uhr wach, kann mich ja gleich dran gewöhnen, wenn "Linchen" dann da ist...

04.06.2004

Wieder ein Termin beim FA. Bisher machte die Kleine keine Anstalten, sich auf den Weg zu machen. In der Praxis lag ich wie die letzten Wochen schon die halbe Stunde am CTG und SIEHE DA, endlich mal kleine Wehen! Wollte schon immer mal sehn, wie die aussehen oder wie lange sie geschrieben werden.. Es waren ja nur "Übungswehen" und hatten nicht die Hälfte von dem erreicht, was das CTG ausschlagen könnte.. Trotzdem war das schonmal ein kleiner Wink für mich, dass es endlich bald los gehen könnte... Die Ärztin war zufrieden mit der Untersuchung, MuMu noch fest verschlossen und PH-Wert ok, Herztöne prima, was will man mehr...

05.06.2004

Ich saß an diesem Nachmittag gerade am Tisch und telefonierte, als ich spürte, wie etwas warm meinem Bein hinunterlief und bat,kurz dran zu bleiben. Bin auf Toilette und tatsächlich war da was, mir ist wohl die Fruchtblase geplatzt!! Hab im KH angerufen und gefragt, wie ich kommen soll, ob es reicht, selbst zu fahren oder ob man sich abholen lassen soll. Also dann doch selbst gefahren und in die Aufnahme..Die Hebamme machte mit Teststreifen einen Fruchtwassertest und der war dann angeblich negativ!!!! ich kam mir echt bescheu*** vor, konnte doch nicht sein, dass ich schon inkontinent geworden bin. Etwas enttäuscht und doch erleichtert konnte ich wieder fahren. Doch ab diesem Zeitpunkt hatte ich regelmäßige, leichte Wehen. Bin an dem Abend noch in der Stadt gewesen, um mich mit einer Freundin zum Kaffee zu treffen und ständig spürte ich den harten Bauch. Es wurde mit der Zeit wirklich beunruhigend und ich machte mich auf den Weg nach Hause,um mich in die Wanne zu legen und abzuspannen. ich stand grad in der Wanne,als ein neuer Schwall Wasser meinen Beinen herunterlief. ich wollte nicht wieder in der Klinik anrufen, hatte ja keine Schmerzen und beschloss, mich schlafen zu legen und abzuwarten...
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